Das Fulda Gap

Die nächstgrößere Stadt westlich des Grenzgebietes um Point Alpha ist und war auch zu Zeiten des Kalten Krieges Fulda. Die Bezeichnung „Fulda Gap“ ist heutzutage meist nur fachkundigen Historikern oder Experten ein Begriff. Auch vor der Grenzöffnung 1989 und dem damit endenden Konflikt zwischen Ost und West wurde über die besondere Bedeutung der Region um Point Alpha und etwaigen Konsequenzen für die Bevölkerung kaum gesprochen. „Fulda Gap ist nie thematisiert worden. Es war ein militärisches Geheimnis“, so die Zeitzeugin Monika Held. Dabei wäre das Fulda Gap höchstwahrscheinlich zum „Ground Zero“ eines dritten Weltkrieges geworden. Nirgends ragte die Westgrenze der DDR und damit auch des Warschauer Pakts weiter in das Territorium der Bundesrepublik Deutschland hinein als in der Region um Point Alpha, die deshalb oft als „Thüringer Balkon bezeichnet wurde“. Aus diesem Grund waren besonders auf westlicher Seite enorm große Truppenaufkommen vorzufinden. Im Falle eines Krieges wurde das Fulda Gap als wahrscheinlichster Ort für ein Einfallen der feindlichen Truppen angesehen. Rund um Fulda bereiteten sich über Jahrzehnte amerikanische Truppenverbände auf eine mögliche Invasion des Warschauer Pakts vor. Auch der Observation Post Alpha zwischen Geisa und Rasdorf wurde von Soldaten des in Fulda stationierten 11. Armed Cavalry Regiment besetzt. Zudem ist heute die Ansicht verbreitet, dass beide Seiten im Falle einer Auseinandersetzung auch taktische Kernwaffen eingesetzt hätten, wodurch die Region großflächig dem Erdboden gleichgemacht worden wäre.

Überblick über die taktischen Pläne im Falle eines Krieges