Sperrgebiet

An den Kontrollstreifen an der Grenze schloss sich ein 500m breiter Schutzstreifen an, daran eine 5 km breite Sperrzone. Wer im Sperrgebiet wohnte, erhielt keinen Interzonenpass mehr, durfte auch nicht aus Westdeutschland besucht werden, und Besuche aus dem restlichen Gebiet der DDR waren nur nach entsprechender Voranmeldung möglich. Veranstaltungen in der Sperrzone mussten angemeldet und bis 22.00 Uhr beendet werden, im Schutzstreifen wurden alle Gaststätten, Kinos usw. geschlossen, der Aufenthalt im Freien war nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang erlaubt.

Ab 1952 wurden in Nacht-und-Nebel-Aktionen mehrere Tausend Familien aus grenznahen Orten unter Anwendung oft brutalster Mittel aus ihren Häusern verjagt und ins Landesinnere deportiert, wenn sie, wie es in einer Anordnung des Landesrates des Kreises Westpriegnitz vom 10. Juni 1952 heißt, „nicht zu denen gehören, auf die sich unsere Regierung verlassen kann“.

Siehe auch:
Befehl des Ministers des Inneren der DDR vom 1. September 1961
Inhalt: Ausweisung von Personen aus dem Grenzgebiet der Westgrenze der DDR

Solche Kontrollgebäude standen ca. 5 km hinter der Grenze. Diese Kontrollgebäude waren von der Volkspolizei besetzt und konnten nur mit Sondergenehmigungen passiert werden.
(Foto/Günter Mach)