Über das Projekt

„Alltag im Grenzgebiet – ein grenzüberschreitendes Filmprojekt“ der Deutschen Gesellschaft e. V.

Die Auseinandersetzung mit familiären und regionalen Wurzeln in historischen Kontexten ist für Jugendliche besonders in ihrer Phase der Identitäts- und Persönlichkeitsfindung spannend und attraktiv. Was ist in dem Zeitabschnitt in meiner Region passiert? Wie haben andere Menschen diese Zeit empfunden? Welche historischen Ereignisse haben sich in dem persönlichen Erleben von Menschen meiner Region oder sogar meiner Familie niedergeschlagen? Wie hat sie diese Zeit geprägt? Kann ich für mich daraus lernen?

Menschen aus der Region, unmittelbar betroffen von geschichtlichen Entwicklungen, dienen den Jugendlichen als Bindeglied zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Mit der Verortung der abstrakten Zeitgeschichte an eine bekannte Region und Zeitzeugen gelingt es, Historie versteh- und nachfühlbar zu machen.

Diese Auseinandersetzung bewegt junge Menschen. Sie machen sich Gedanken, entwickeln Vorstellungen, gleichen Eindrücke anderer mit ihren eigenen ab. Diesem Prozess mit mediengestalterischen Angeboten in einem pädagogischen Setting einen Ausdruck zu ermöglichen und eine kreative Plattform für ihre Vorstellungen zu bieten, hilft den TeilnehmerInnen sich intensiver mit den konkreten historischen Fakten zu beschäftigen, aber vor allem in der Gestaltung eines eigenen Medienprodukts eigene Aussagen zu formulieren und damit eine Haltung einzunehmen.

In dem Projekt wird genau dieser Projektrahmen aufgezogen. Aufbauend auf der Beschäftigung mit den Inhalten der Gedenkstätten in den ersten Tagen erhalten die Jugendlichen im medienpädagogischen Projektabschnitt ein gestalterisches Mittel an die Hand, ihrem Verstehen und Empfinden in Videofilmen Ausdruck zu verleihen.

Für das Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V. haben sich erstmals vier Landesmedienanstalten auf die Durchführung eines gemeinsamen Projektes verabredet. Dies ist in dieser Form einmalig. Die Landes-medienanstalten in Thüringen (TLM), Hessen (LPR), Niedersachsen (NLM) und Bayern (BLM) weisen mit ihren jeweiligen medienpädagogischen Bereichen in der Planung und Durchführung von medienpraktischen Projekten eine fundierte Expertise aus. Handlungsorientierte Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen ist in allen vier Ländern durch die Institutionalisierung von Medienkompetenzeinrichtungen, wie z. B. Medienbildungszentren, Medienmobil oder Medienprojektzentren fest verankert. Deutsch-deutsche Themen, wie „Leben in Ost-West“, „Mauerfall und Wiedervereinigung“ und „Flucht“ wurden durch Modellprojekte immer wieder aufgenommen und im medienpädagogischen Zusammenhang mit der Zielgruppe behandelt.